10 Fragen an … Oliver Überholz von mixxt.de – Der Community White-Label-Lösung

Mixxt

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Ein für mich sehr spannendes Thema: Online Communites, das Geschäftsmodell dahinter und für wn lohnt sich eine Community. Dazu habe ich Oliver Überholz von der White-Label Community Lösung Deutschland “mixxt.de” interviewt.

1. Oliver, Gibt es noch Platz für weitere Communities im Netz?

Gruppenkommunikation ist einer der ursprünglichen Nutzungsweisen des Internets gewesen und Communities sind eine natürliche Evolution dieses Grundbedürfnisses. Gruppen, die sich geschlossen oder auch einfach nur hochspezifisch über ein Thema austauschen möchten, werden im Internet nicht wirklich bedient. Notlösungen finden sich als Gruppen in den großen horizontalen Communities bzw. Social Networks ein, aber  immer mit Einschränkungen. Auf mixxt entstehen aktuell z.B. Communities über neue Lern- und Lehrmethoden, Netzwerke von polnischen Mini-Fans (dem Original von Rover) oder auch für eine Veranstaltung rund um die Zukunft der Musik. Da die Community der Gruppe selbst gehört, kann sie viel freier über Design, Funktionen und Aufbau bestimmen und sich einer Leidenschaft oder einem Thema gründlich widmen.

Beispiele und Links:

http://ldl.mixxt.de/
http://www.miniklan.pl/
http://futuremusiccamp.mixxt.de/

2. Wieso machen Communities für Unternehmen Sinn?

Die meisten Unternehmen haben ein Produkt, eine Leistung oder ein Thema, für das sich ein Teil ihrer Zielgruppe besonders stark interessiert. Natürlich werden sich nicht alle Kunden und auch gleich die Kunden des Wettbewerbers anmelden. Dennoch zeigt die Entwicklung von Social Media, dass Verbraucher mitreden und manchmal auch mitbestimmen möchten. Nun können die Unternehmen überlegen, ob sie diese Dialoge auf anderen Plattformen (oft ungesehen und somit ungehört) geschehen lassen möchten, oder ob sie sich lieber selber daran beteiligen.
Hier kommen die beiden Strategien “Homebase” und “Outposts” ins Spiel. Outposts sind meistens Gruppen oder Profilseiten in Sozialen Netzwerken oder generell in Social Media Angeboten und dienen dem Dialog auf anderen Plattformen. Das Unternehmen tritt dadurch mit mehr Menschen in Kontakt, kann einerseits seine Botschaft streuen und andererseits – durch aktives „Zuhören“ – auch Feedback erhalten. Die Homebase dient als Heimat und Sammelort für die ernsthaft
Interessierten, diejenigen, die sich verstärkt einbringen möchten, Ideen haben oder auch Tipps und Erfahrungswerte weitergeben. Der Schleswig Holsteinische Zeitungsverlag baut z.B. zusammen mit seinen LeserInnen ein Zeitzeugenportal auf und Radiosender tauschen sich mit ihren HörerInnen aus.

Mixxt White Label

Mixxt White Label

Beispiellinks:
http://gezeiten.shz.de
http://club.rsh.de
http://mein.deltaradio.de

3. Für wen sind White Label Communities interessant?

Unternehmen, Institutionen und Organisationen gehen mit der Hilfe einer White Label Community eine engere Beziehung mit ihrer Zielgruppe ein und intensivieren den Austausch mit ihren Mitgliedern, bestehenden und potenziellen Kunden.

4. Welche Anwendungsbereiche gibt es für Unternehmens-Communities?

Derzeit sind Alumni-, Event-, Ideen-, Enterprise Collaboration und Support-Communities besonders beliebt. Die Anwendungsbereiche sind aber genau so vielseitig wie das Unternehmertum selbst. Durch den Einsatz unterschiedlichster Funktionen verbessern Communities generell die one-to-many Kommunikation sowie die many–to-many Kommunikation im Unternehmensuniversum.

5. Was unterscheidet die White Label Communities von den kostenlosen Communities auf der mixxt.de Plattform?

mixxt.de ist eine Test- und Einstiegsplattform für die eigene Community bzw. das eigene soziale Netzwerk. So kann man völlig ungezwungen das Thema Community werbefrei und ohne Fallstricke für sich ausprobieren. Dadurch können auch Unternehmen ausgiebig testen, bevor Sie eine White Label Lösung umsetzen. Für viele ist diese Plattform aber nicht nur „Spielwiese“, sondern mittlerweile der feste Anlaufpunkt für ihren Verein, eine Veranstaltung oder einen anderen
Zweck.

Die White Label Version unterscheidet sich dadurch, dass keinerlei Hinweise auf mixxt zu finden sind, auch nicht in den Details wie den Benachrichtigungsemails oder dem Favicon. Hinzu kommen Erweiterungen für die Administration, eine Reihe an Funktionen und z.B. auch die Templating-Engine, die für Design und Seitenaufbau ganz neue Möglichkeiten bietet. Unternehmen oder Organisationen können ihre Community also komplett mit dem eigenen Branding versehen.

6. Wie macht mixxt eigentlich Geld wo ist die Monetarisierung der Communites?

mixxt verdient zu großen Teilen an den Unternehmenslösungen, also den White Label Communities. Der erste Kunde ging im Juni 2008 online und seitdem setzen eine Vielzahl an weiteren Communities auf die mixxt-Technologie. Die Preisspanne ist dabei recht breit gefächert. Mini-Communities mit vollem White Labeling und bis zu 1.000 Mitgliedern können günstig als Einstieg umgesetzt werden. Größere und speziellere Communities bringen wir für sehr  onkurrenzfähige vier- und auch fünfstellige Beträge online. In Zukunft wird es auf der Plattform mixxt.de zusätzliche Premium-Funktionen geben, die für geringe monatliche Beträge weitere Funktionalität und Möglichkeiten bieten.

7. Wer arbeitet alles bei mixxt?

mixxt besteht mittlerweile aus einem Team von 14 Personen, die in ganz Europa verstreut arbeiten. Dies stellt uns natürlich vor gewisse Herausforderungen an Infrastruktur und Kommunikation, welche wir über ein internes Netzwerk und eine geschlossene Micro-Blogging Lösung ganz gut meistern können.

Zum Team gehören:

Nicole Ebber, zuständig für Knowledge Management & Marketing und besonders erfahren im Community Management.
Oliver Ueberholz, zuständig für Marketing, Sales und „die Vision“. Er bringt langjährige Erfahrung im Community-Building und in der Community Konzeption mit sich.
Philipp Ellenbeck, Leiter des Bereichs Technik und aufgrund seiner intensiven Erfahrung mit Server-Infrastruktur aus einem Banken-Rechenzentrum zuständig für die Infrastruktur von mixxt.
Christian Stein, Hauptverantwortlicher für die Finanzen und durch jahrelange Software-Entwicklungsprojekte für Großunternehmen auch Hauptentwickler des Frameworks, das mixxt skalierbar und einsetzbar macht.
Hinzu kommen Programmierer, Grafiker und lokale Mitarbeiter in Polen und der Türkei.

8. Besteht mixxt.de nur aus BarCamp-Netzwerken?

Unter 1% aller mixxt Communities bzw. Netzwerke sind BarCamp- oder Event-Netzwerke. Da diese Netzwerke aber besonders viel Aufmerksamkeit aus dem Netz auf sich ziehen, kennen viele Blogger und Web-Affine mixxt „nur“ als Plattform für Veranstaltungen. Die breite Masse an Netzwerken besteht allerdings eher aus mittelgroßen bis kleineren
Gruppen, die sich auf einen Verein, ein Hobby oder ein Thema konzentrieren.

9. Welche Vorteile bieten mixxt White Label Communities gegenüber einer Eigenentwicklung?

Die „Software as a Service“ White Label Community Lösung bietet vor allem drei Vorteile gegenüber einer Eigenentwicklung:

A) Das mixxt „Evolving System“ hält die Community immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung. Regelmäßigen Upgrades oder Updates müssen nicht gesondert budgetiert oder geplant werden, sondern sind im Community-Paket enthalten. Oft entwickelt sich die Technologie so schnell weiter, dass während der Umsetzungszeit schon Bereiche des Konzeptes altmodisch oder abgegriffen sind oder die Mitglieder bereits wenige Monate nach Launch weitere Funktionen fordern. Mit mixxt werden diese dann einfach per Mausklick im Administrationsbereich aktiviert. Die so freigegebenen Budgets ermöglichen außerdem eine Konzentration auf andere Dinge wie z.B. Content, Anbindung, Kommunikation, Betreuung oder andere wichtige Community-Aspekte, die sonst zu kurz gekommen wären.


B)
Die „make or buy?“-Entscheidung wird zusätzlich durch die Kostenstruktur der mixxt White Label Communities vereinfacht. In den meisten Fällen kann eine Agentur mit mixxt ein Community-Projekt zu einem Drittel des Preises einer Neu-Entwicklung umsetzen. Dies ermöglicht kleinen und mittelständischen Unternehmen einerseits, diese Technologie überhaupt zu nutzen, andererseits befreit es Budgets für weniger technologiegetriebene Aspekte der Community. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass zukunftsgerichtete Nischenfunktionen implementiert werden, die aufgrund ihrer (noch) geringen Nutzerschaft von nur wenigen Unternehmen bezahlt würden. Hierzu zählen z.B. OpenID oder eine fein granulierbare Privatsphäre-Einstellung.

C) Die Reife des mixxt-Systems ist ebenfalls für viele Kunden ein gutes Argument. Sie haben es bereits im Rahmen eines BarCamps oder eines anderen Netzwerkes benutzt und wissen, wie es funktioniert und dass mixxt einen schnellen Support bietet. Im Gegensatz zu einer Eigenlösung ist mixxt aufgrund der beliebten Plattform mixxt.de somit wesentlich fehlerfreier.

10. Gibt es ein Empfehlungsprogramm?

Da die eigene Community-Lösung nicht unbedingt ein Produkt ist, das sich an jeder Straßenecke wie Regenschirme bei Regen verkaufen lässt, legt mixxt besonderen Wert auf zufriedene Partner und Kunden. Schließlich genießen Agenturen und viele Social Media Berater sehr gute und oft auch langjährige Beziehungen zu ihren Kunden. Deshalb besteht ein großer Teil des Geschäftsmodells von mixxt aus einem nachhaltigen und hilfsbereiten Partnerprogramm. Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit starten bei einem unkomplizierten Referral-Programm über Distributionspartnerschaften bis hin zu Consulting- und Technologie-Partnern. Auf Wunsch helfen wir bei Konzeption, Community Management oder auch beim Pitch vor dem Kunden, wobei die meisten Partner diese Teile der Wertschöpfung gerne selbst übernehmen und wir uns ganz auf die Technologie konzentrieren können.

Aus Bonn kommt also nicht nur eine der besten SEO-Tools Lösungen, sondern auch extrem spannende Community-Lösungen. Ich bin gespannt, wo man mixxt in !weißem Gewnad” demnächst bestaunen kann.

Posted on Februar 18, 2010 in Headline, Social Media

Responses (2)

  1. Oliver Ueberholz
    März 1, 2010 at 07:25 ·

    Hallo Norman,

    danke für das Interview. Auch wenn Bonn recht klein ist, war mir gar nicht bewusst, dass Sistrix aus Bonn kommt… Vielleicht wird ja doch noch etwas aus dem “SiliBonn Valley”. Einige weitere Details zu White Label Communities haben wir auch noch unter der URL: http://www.whitelabel-community.de.

    Beste Grüße in die Hansestadt!

  2. Norman
    März 1, 2010 at 11:42 ·

    Bonnvalley macht sich, bald ziehen die Leute wieder von Berlin zurück nach Bonn ;)
    Dank dir für die Ausführlichkeit der Infos, NN

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