Online versus Print: Eine Übersicht
Was sagt die Verlagswelt:
Beim Media-Treff wurde unter dem Motto „Die Zukunft von Print in der digitalen Mediawelt“ diskutiert, wie digitale Modelle für Verleger aussehen können.
Der themenblog fasst eine Diskussion zwischen FAZ und Spiegel zusammen, welche den Streit zwischen print und online widerspiegelt.
Denn Schritt vom Online in Printmedien haben einige Seiten vollzogen. Bekannte Beispiele sind Ebay und Immscout mit eigenen Magazinen und andere mit Beilagen oder in Zeitungen integriertem Content.
Googles pläne liegen mittlerweile auch offen
Ein Patentantrag (”Customization of Content and Advertisements in Publications”) zur personalisierten Zeitung wurde genehmigt. Dabei geht es um eine zuerst online erscheinende Ausgabe mit personalisierten Inhalten und Werbung. Die Möglichkeit einer Printvariante ist aber ausdrücklich festgehalten. Schade wenn dieses Patent andere Anbieter in ihren Möglichkeiten beschränkt, haben doch sicherlich einige diesen Gedanken schon gehabt und auch formuliert.
Einen ähnlichen Schritt nur aus der anderen Richtung ging jetzt die Welt. Barcodes erweitern das Print-Angebot auf der digitalen Ebene.Bleibt abzuwarten, ob sich solch eine Mischform durchsetzt. Wenn man schon auf dem mobilen Gerät nach Zusatz-infos sucht, warum nicht gleich den ganzen Artikel/Zeitung online lesen? Wohl nicht, wie folgendes Beispiel zeigt:
„Prominentes Beispiel dafür, wie sich eine Zeitung bei tollkühnen Technik-Experimenten am Markt verspekulieren kann, ist die „Dallas Morning News“. Ihr Schicksal verdeutlicht, welche existentiellen Folgen die ungezügelte Internet-Euphorie haben kann: Ein mobiles Scan-Gerät namens CueCat, mit dessen Hilfe die Leser auf den Zeitungsseiten Barcodes einlesen sollten, um im Internet zusätzliche Informationen zum Thema zu erhalten, war ein solcher Misserfolg, dass die Investition von 37 Millionen Dollar auf einen Schlag verbrannt wurde.”
http://www.focus.de/kultur/buecher/tid-7844/dossier_aid_137518.html
Weitere Entwicklung der Online Zeitungen:
7 Highlights zur Entwicklung von Tageszeitungen im Internet bietet Wortfeld. Seine Auflistung beschreibt den Trend zu Videoinhalten, Feeds, Aufzählung meistgelesener Artikel, Artikelkommentare, Blog, podcasts und Social Bookmarks.
Ibusiness hat die stärksten 105 Tageszeitungen im Netz hinsichtlich ihrer Veränderung untersucht. Auffällig ist die Entwicklung hin zu web2.0 Features. Kommunikationsmöglichkeiten und Möglichkeiten eigene Inhalte zu erstellen nehmen zu.
Schon jetzt plant das WSJ eine komplett kostenlose Ausgabe, weitere werden folgen (müssen). Die Konkurrenz ist einen Klick entfernt. Via bwlzweinull
Die Vorteile einer Online-Ausgabe fasst der Media-Blog so zusammen:
Online-Ausgabe kostet 1,5% der Printausgabe.
Die Online-Ausgabe bringt dem Print praktisch keine neuen Leser und schafft auch keine loyalen Leser – bei einem Absstellen der Website würden die Leser abwandern, statt am Kiosk eine Printausgabe zu kaufen.
Theoretisch hätten die User der Internet-Variante eine Zahlungsbereitschaft von etwa 30 $-Cent pro Tag. Transaktionskosten und die Konkurrenz von kostenlosen Websites verhindern aber das Abschöpfen dieser Zahlungsbereitschaft.
Da der Online-Werbemarkt so stark zugelegt hat, ist es derzeit die profitabelste Lösung, die Website gratis anzubieten und an Werbung zu verdienen.
Online-Marketing-News fasst die Vorteile einer print-Ausgabe anhand einer Studie zusammen:
http://www.online-marketing-news.de/trend-zu-printmedien.html
„Die Studie “Print wirkt” hat 1367 Personen zum Thema Printmedium und dessen Wirkung befragt. 75 Prozent der Befragten gaben an, dass das Medium auch in Zukunft unverzichtbar ist. Doch auch die neuen Medien haben bei dieser Umfrage gut abgeschnitten. 58 Prozent gaben an, dass das Internet für sie schon heute eine sehr wichtige Rolle in der Informationsbeschaffung spielt. 61 Prozent glauben auch, dass die neuen Medien die alten Medien ablösen würden.
Zwar bietet das Internet eine große Vielfalt an Informationen an, doch die riesige Informationsflut können nur die wenigsten Benutzer bewältigen. Genau aus diesem Grund glauben 50 Prozent der Befragten an einen wahren Trend in den Printmedien, weil diese die Informationen gebündelt auf ein paar Seiten anbieten können.“
Die Top Features der Online Magazine sind laut einer Bivings Studie (http://www.brandkraft.de/?p=144
1. Feeds
2. Reporter Blogs
3. Blog Comments
4. Andere Kommentare
5. Mobile Version
6. Video / Podcasts
Seit Juli haben die deutschen Online-Magazine hier kräftig aufgeholt. Feeds, Community-Funktionen, Videos, mobile Versionen sind bei vielen integriert.<
Aus diesen Angaben kann ein erster Schluss gezogen werden: Video, Podcasts, Kommentare zu jedem Artikel sind schwierig auf Printangebote zu übertragen. Aber nicht unmöglich. Vielleicht ist es im Moment schwer vorzustellen, doch eine Erweiterung des Printangebots ist nicht unmöglich:
1. Feeds: Die Idee kam mir schon letztes Jahr bei einem 1000 Seiten Buch: Die Kapitel sind voneinander unabhängig zu kaufen oder auszuleihen. Ein vernünftiges „One-Klick“ Bindungssystem vorausgesetzt. Bei einem Magazin oder Zeitung nicht so schön vorzustellen, jedoch keineswegs unmöglich: Kapitel Wirtschaft und Feuilleton der Welt bitte
2. Reporter-Blog: Gibt es schon in Form von Kolumnen.
3. und 4. Kommentare: gibt es auch schon in Form von Leserbriefen. Diese müssten eine andere Form bekommen (kürzer, jedem Artikel zugeordnet, nächsten Tag gedruckt). Also möglich.
5. Mobile Version:DAS ist die Zeitung.
6. Video/Audio: Ein Upload auf den USB-Stick, Speicherkarte, Ipod, Laptop, Amazons Kiddle o.ä. dauert 15 Sekunden und sehe ich natürlich als weit bessere Alternative als eine beigelegte CD an.
Also anhand der Top-Features der Online Magazine kann der Kampf Online versus Print nicht entschieden werden.
Folgen:
Eine reine Printausgabe würde sich nicht rechnen, so der Medienkonvergenz-Blog. Als Zahlenbeispiel werden hier NYT und NZZ angeführt und durchgerechnet.
http://medienkonvergenz.com/2007/08/11/zeitungen-ohne-papier-geht-das-finanziell-ueberhaupt/

Schon Youtube-Videos zur Entwicklung des Internet und der Zeitungen (siehe Morpheus oder NYT) zeigten Visionen der Zukunft: Print nur noch als Luxusgut, ausgewählte Titel sind erhätlich und werden wie „Prada-Handtaschen stolz spazieren geführt“ http://www.focus.de/kultur/buecher/tid-7844/dossier_aid_137513.html
Lokale Ausgaben, lokaler Content, Bürgernähe sind im Gespräch für die weitere Entwicklung der Printausgaben.
http://www.focus.de/kultur/buecher/tid-7844/dossier_aid_137518.html
Eine Hamburger Zeitung plant als Beileger einen „Stadtteil-Community“ je nach Bezirk. <
Wer das Thema weiterverfolgen will: turi2 http://turi-2.blog.de/?tag=debatte2 und schnipseljaeger.
http://www.dieschnipseljagd.de/?cat=32
Auch die Überlegung welches Medium denn nun ökologischer ist (Papier versus Plastik), finde ich interessant, hier ein Ansatz. http://turi-2.blog.de/2007/08/22/papier_hat_grose_vorteile~2850053
Abschließend bleibt mir der Kommentar von den Berliner Zeitschriftentagen:
http://www.zeitschriftentage.de/# unter Videos
„Ohne Internet geht’s gar nicht, das ist das Beste was es gibt“.
Hartmut Mehldorn, Vorstandsvorsitzender Bahn




[...] 2007 habe ich über die Entwicklungen der Online Zeitungen geschrieben, einiges hat sich noch verstärkt – Feeds, Videos, Blogs, Social Bookmarks, neue [...]
[...] Das Chicagoer Startup “printed blog” hätte solch ein Modell sein können. Das personalisierte Zeitungen schon länger im Gespräch sind ist klar, auch Google hat da Ambitionen [...]
[...] Googles Rolle (Patentantrag für personalisierte Zeitungen, 2007) ist noch nicht [...]
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