10 Fragen an … Mario Körösi von den Werbeboten

Heute zu Gast im Brandkraft Interview Mario Körösi von werbeboten.de.

werbeboten-logo1. Mario, stell dich kurz vor, wie bist du zum Online-Business gekommen, an welchen Online-Projekten arbeitest du gerade?

Ich habe nach meinem BWL-Studium zwei Jahre als Gründercoach im Gründernetzwerk SMILE an der Handelshochschule Leipzig gearbeitet. Dabei bin ich mit sehr vielen Startups in Kontakt geraten und konnte so ohne selbst das Lehrgeld zu zahlen einige nützliche Erfahrungen sammeln und erste wichtige Kontakte aufbauen. Ich habe dann die Seiten gewechselt und den Schritt in die Selbstständigkeit mit der Gründung vom Freelancer-Marktplatz netzschaffende.de selbst gewagt und meinen alten Job aufgegeben. Mein Team und ich wurden dabei finanziell vom BMWi unterstützt. Im Moment arbeite ich vor allem an unserer Agentur Werbeboten Media, welche meine Teamkollegen Sandro Günther, Andreas Pfau und ich gemeinsam zu Beginn des Jahres ins Leben gerufen haben. Wir beraten Unternehmen zum Einsatz von Social Media und setzen Social-Media-Kampagnen um. Für das Online-Business habe ich mich vor allem wegen der Schnelllebigkeit entschieden. Man kann hier sehr schnell herausfinden, ob bestimmte Dinge funktionieren oder nicht und das mit relativ geringem finanziellen Einsatz, allerdings ist die Konkurrenz hier auch sehr hoch.

2. werbeboten.de ist seit 6 Monaten auf dem Markt, was genau macht Ihr da?

werbeboten-shirts

Bei werbeboten.de spielt vor allem der Faktor „persönliche Beziehung“ in den sozialen Netzwerken eine wichtige Rolle und wie sich dieser im individuellen Fall für den Kunden nutzbar machen lässt. Wir arbeiten ständig an neuen Konzepten, da sich die Online-Welt sehr schnell verändert. Im Moment bieten wir vor allem zwei Produkte an: Werbeboten-Kampagnen und Facebook Fanpage Kampagnen.

Bei unseren Werbeboten-Kampagnen suchen wir Multiplikatoren aus der Zielgruppe eines Unternehmens aus und lassen diese als loyale Brand Supporter für das Unternehmen aktiv werden und Werbebotschaften verbreiten oder Produkte promoten. Dabei wählen wir nur passende Kandidaten aus, d.h. die motiviert sind und sich auch mit dem Unternehmen identifizieren können. Werbeboten Kampagnen sind crossmedial, d.h. online und offline wirksam. Über die Kampagne werden spezielle Shirts gemeinsam mit der Werbeboten community kreiert, die von den Werbeboten dann regelmäßig im Alltag getragen werden.
Gleichzeitig posten die Werbeboten die Botschaften in ihren sozialen Netzwerken und stoßen so Gespräche und Diskussionen an und machen auf das Unternehmen aufmerksam. Kombiniert werden alle Kampagnen mit Foto- oder Videowettbewerben sowie optional mit speziellen Facebook Anwendungen. Dies alles sorgt für Interaktion mit und unter Freunden und Bekannten und zu einer viralen Verbreitung der Werbebotschaft in den Netzwerken.

Daneben entwickeln unterschiedliche Facebook Anwendungen, die beim Auf- und Ausbau der Fanpage unterstützen. Wir haben u.a. eine App entwickelt, welche es ermöglicht innerhalb von kurzer Zeit legal eine Fanpage mit mehreren tausend Fans aufzubauen indem wir einen viralen Anreiz setzen, welcher die Fans dazu bringt anderen die Fanpage weiterzuempfehlen. Während Facebook vor einigen Monaten den Riegel vor Gewinnspielaktionen á la „Wer die meisten ‚gefällt mir‘ hat, gewinnt“ geschoben hat, können mit unseren Facebook Gewinnspiel Anwendungen Gewinnspiele sehr einfach und zudem legal auf Facebook durchgeführt werden.

3. „Mit uns können Sie die Multiplikatoren innerhalb Ihrer Zielgruppe identifizieren“ – wie analysiert Ihr diese Multiplikatoren?

Diese Aussage nehmen wir tatsächlich sehr ernst. Durch verschiedene Mechanismen können wir genau diejenigen Multiplikatoren finden, welche sich für das Produkt interessieren. Der Registrierungsprozess als Werbebote ist so schon sehr umfangreich, so dass wir die Werbeboten sehr genau kennenlernen. Wenn eine Kampagne auf unserer Plattform ausgeschrieben wird, laden wir alle Werbeboten ein, sich kreativ an der Kampagne zu beteiligen, um bspw. einen Kampagnenslogan zu kreieren. Dadurch befassen sich die Werbeboten bereits vor Kampagnenstart mit dem Unternehmen werden in die Kampagnengestaltung involviert. Über einen Ideenwettbewerb entscheidet die community über den letztlichen Gewinnerslogan.
Nachdem der Slogan steht, dürfen sich alle Werbeboten auf die Kampagne bewerben. Dabei ist es wichtig, dass jeder Werbebote begründet, warum er gerade für diese Kampagne geeignet ist. So können wir Markenfans noch besser identifizieren. Bei der Auswahl spielen aber auch Reichweite im Freundeskreis und in den online Medien, Online-Aktivitätsgrad und Kommunikativität eine wichtige Rolle.

4. Wen seht Ihr als Wettbewerb an? Warum sollte ein Multiplikator euer Modell nutzen?

Wettbewerber gibt es für das was wir machen kaum. Allerdings tritt jede gut umgesetzte virale Kampagne – ob nun unternehmensintern oder durch eine Agentur – natürlich in Konkurrenz mit uns. Wie bei jeder viralen Kampagne wollen wir natürlich diejenigen ausfindig machen, welche anschließend die Werbebotschaft am besten transportieren können. Darum besteht der erste Schritt bei uns immer darin, unsere Community für das Produkt zu interessieren bzw. diejenigen ausfindig zu machen, welche sich interessieren. So kommen die Werbeboten mit ihren Wunschprodukten direkt in Kontakt und haben die Chance diese sogar testen zu können. Um die interessierten Werbeboten zum Mitmachen zu bewegen, erhalten diese eine Vergütung. Oft besteht ein Teil der Vergütung auch aus dem beworbenen Produkt selbst – z.B. eine Reise bei unserer Kampagne für HolidayCheck aktuell.

5. Welchen USP habt Ihr im Vergleich zu anderen Werbemodellen?

Im Vergleich zu klassischer Onlinewerbung können wir Werbebotschaften konkret platzieren, so dass es von der Zielgruppe wahrgenommen wird. Durch dieses Targeting können wir die Streuverluste von Werbeausgaben drastisch reduzieren, wodurch sich letztlich der ROI erhöht. Dies trifft im Vergleich zu online Medien aber auch auf die klassischen Printmedien zu.
Darüber hinaus ist Werbeboten Marketing langfristig angelegt und sorgt somit nachhaltig zum Auf- und Ausbau einer Marke direkt in der Zielgruppe. Im Vergleich zu beispielsweise Bannerwerbung oder Anzeigen in Zeitschriften haben wir den Vorteil, dass wir im Kopf bleiben. Das erreichen wir durch eine Interaktion mit unseren Werbeboten, welche dann ihrerseits die Werbebotschaft durch Interaktion mit Ihren Freunden und Bekannten verbreiten. Die eingestellten Bilder und Videos bleiben dauerhaft im Netz.

6. Ihr schreibt Social Media Promotion – wie versucht Ihr eure Zielgruppe zu erreichen? Welche Social Media Marketing Kanäle nutzt Ihr?

Zur eigenen Vermarktung nutzen wir im Prinzip die gleichen Kanäle wie für unsere Kunden. Eine wichtige Rolle spielt unsere Facebook Fanpage genauso wie unser Blog auf dem wir über aktuelle Ereignisse informieren und auf welche immer wieder neue Werbeboten aufmerksam werden. Wir führen auch von Zeit zu Zeit eigene Gewinnspiele und Wettbewerbe durch. Unternehmen, welche für Ihre Produkte werben wollen, erreichen wir durch Social Media Aktivitäten allerdings weniger. Da sind dann andere Maßnahmen zielführender.

7. Womit verdient Ihr Geld?

Ein großer Teil der Einnahmen für die Kampagnen schütten wir in Form vom Kampagnenhonoraren und Preisen wieder an die Werbeboten aus. Neben den Kosten für die Kampagnen schlagen wir natürlich noch eine Marge auf. Bisher waren unsere Kunden mit dem Resultat sehr zufrieden und wir konnten seit unserer ersten Kampagne Geld verdienen.

8. Mac or PC?

Ich verwende (noch) immer einen PC, obwohl ich so langsam von der Microsoft-Standardsoftware Abstand nehme mit welcher ich groß geworden bin, da es gute teils bessere Lösungen frei verfügbar im Netz gibt. Zu einem Mac konnte ich mich noch nicht durchringen – meine Partner schon.

9. Du bist ja mit mehreren Projekten am Start. Welches sind deine a)persönlichen Highlights und b) was siehst du im Netz als die kommenden Trends? (Anm.: Trends in dem dir nahe liegenden Bereichen)

Das Thema Social Media Marketing steckt noch in den Kinderschuhen. Genau wie wir experimentieren viele Unternehmen noch herum, was gut funktioniert und was nicht. Hier besteht noch einiges an Beratungsbedarf und der Markt verändert sich täglich – was heute „in“ ist, kann morgen schon „out“ sein und viele Sachen können Unternehmen nicht inhouse umsetzen.
Ich persönlich beobachte aktuell die Entwicklungen und die Möglichkeiten beim Verkauf/Kauf von Lebensmitteln übers Netz – allerdings eher als Kunde. Was in anderen Ländern schon lange existiert (z.B. UK) findet man nun auch in Deutschland. Ich finde die Preise noch etwas hoch, allerdings wird sich das mit zunehmender Akzeptanz und somit Erhöhung der Verkaufsmengen vermutlich nach unten korrigieren.

10. Abschließend – Deine momentanen Lieblingswebsites?

Meine momentanen Lieblingswebsites sind natürlich www.werbeboten.de sowie unsere Werbeboten Fanpage auf www.facebook.de, welche ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt unserer Aktivitäten darstellt, mein altes Projekt www.netzschaffende.de und ein weiteres Projekt www.awibra.de, das aber noch stealth ist.

Vielen Dank für das spannende Interview Mario, wir sehen uns auf der Dmexco…

Posted on August 30, 2010 in Headline, Startups, Viral

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