Die am meisten unterschätzte deutsche Social Networking Seite

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Nun wurden schon so viel Auf-, und Untergangsszenarien über StudiVZ (Holtzbrinck) geschrieben und doch fehlt den meisten ein realistischer Gesamtüberblick.

Als erstes die Neuerung: Werbung auf StudiVZ. Die Banner und Links sind noch nicht störend, fallen aber beim surfen deutlich auf. Die Grenze zur visuellen Überladung kann bei ein, zwei Bannern mehr bald erreicht sein und die Kommerzialisierung wird auch als solche wahrgenommen – totbringendes Gift für Community Seiten und insbesondere bei (mehr oder weniger) kritischen Studenten.

Hier gibt’s jetzt eine großartige Übersicht – gleich auch noch mit den Angaben der Werbekosten – und deren Wert. Der Bonus als erster Werbung zu treiben wird bald verfliegen (Aida Schema pass sehr schön, Aufmerksamkeit, Interesse und Wunsch sind deutlich gesteigert durch die Neuartigkeit der Bannerposition), wie so oft siegt hier der schnellste im Netz.

Im Moment arbeiten rund 100 Mitarbeiter bei StudiVZ, in den nächsten 3 Monaten werden es noch einige mehr. Klingt toll, erinnert aber auch stark an New Economy (siehe letzter Beitrag von mir).

So sieht also die Strategie aus:

Aufstellung in mehr als 5 europäischen Ländern, dort wo Facebook noch geschlagen werden kann, Marktanalysen werden es wohl ergeben haben. Polen, skandinavische Länder, Frankreich, Spanien.

Zweiter Schachzug ist der Aufau einer Schüler-Community. So umfassend wie von StudiVZ hat das wohl noch keiner geplant.

Macht Sinn aus Sicht der Zielgruppe, Größe, Affinität zum Internet und nicht zuletzt sogar ein Mehrwert für die Schüler – schwatzen, spicken, tauschen, gesehen werden, gruscheln – das wollen doch Schüler(ist nicht der neue SchülerVZ Werbeslogan).

Im Moment wird die Kampagne noch mit anderen Mitteln geführt. Dank fleißiger Blogschreiber hat sich am Anfang der Woche folgendes Video schnell im _Netz verbreitet – das war wohl auch der Sinn und Zweck dieser Veranstaltung – Kameraführung und Sprache sind deutlich auf ein Video für Video-Sharing Seiten ausgelegt, die Botschaft „Wir sind Rebellen“ klar zu erkennen – Respekt dafür.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=dT_w_qpEHxw]

Das der ganze Dreck wieder entfernt wird von SchülerVZ ist wohl auch klar.

Am Rande bemerkt: die Erklärung zu den Zetteln – da darf man auch im Büro mal herzlich lachen.

studivz studentin

Konkurrenz gibt’s indes genug (Auszug):

www.schuelerrg.de

www.schueler.cc

www.schuelerprofile.de

www.mystubz.com

www.breakster.de

Um meinen schön positiv formulierten Beitrag doch noch eine bittere Note geben zu können, füge ich diesen (http://www.pop64.de/blog/2006/11/12/studivz-hamburg-vs-berlin/ ) Link bei, der die ganzen Negativ-Diskussionen aufgreift.

Die meisten der Blogger haben ja schon vor 5 Monaten den Untergang von StudiVZ gesehen – Hellsehen kann halt doch nicht jeder.

Doch mit einem haben die Schreiberlinge Recht, ohne Verifizierung des Status (Student, Schüler etc.) kann keine 100 %ige Sicherheit hergestellt werden. Was ein diskussionswürdiger Punkt ist. Gegenfrage bleibt: Was ist sicher im Netz oder auf der Straße? Neukölner Rüpel können deinen Namen ebenso erfahren wie Neukölner Rüpel im Netz.

(Leider ist mir der Stalker-Gedanke so fern, das ich andere, siehe Link, darüber schreiben lasse).

Wer will kann ja mal einen konstruktiven Vorschlag zum Thema Sicherheit machen anstatt rumzunörgeln, auch wenn das viel leichter und viel mehr Spaß macht.

Lösungen von Brandkraft:

1. Immatrikulationskopie

2. Beste Lösung: Finde Supernodes (Meinungsführer, Mavens, verifizierte Studenten), die für bestimmte Boni (höherer Status, Geld etc.) ihr Netzwerk auf unbekannte / böswillige Studenten scannen und diese entfernen.

Idee: Per Charaktereigenschaften (simpel ist die Kontaktanzahl, Mitgliedschaft in renomierten Gruppen wohl besser geeignet) lassen sich die „Super-Verteiler“ leicht finden. Durch den Netzwerkaufbau sind Abdeckungen von über 99% der Studenten möglich.

Posted on April 28, 2007 in Online-Marketing 2.0, Social Networks, Web 2.0

Responses (2)

  1. April 29, 2007 at 14:25 ·

    Ein sehr guter Einblick, der zeigt, dass wir insgesamt mit den Social Communities noch ganz am Anfang stehen.

    StudiVZ ist auf seine Art ein Vorreiter, der eben (viele) Fehler macht. Wie sollte es auch anders sein, wenn es noch kaum Vorbilder gibt?

    Und vielleicht liest ja jemand aus der StudiVZ-Mannschaft dieses Blog und greift die Anregungen von brandkraft auf?

    Bei der Werbung bin ich nicht ganz so pessimistisch wie Norman und könnte mir sogar vorstellen, dass das einen interessanten Zusatznutzen bringen kann: Etwa wenn die Werbung regional isoliert wird und beispielsweise nur für Tübinger Studenten auf eine Veranstaltung (Konzert) in Tübingen hingewiesen wird. Zur gleichen Zeit wirbt (auf derselben Fläche) in Marburg ein Buchladen und in Göttingen ein Fahrradhändler. So könnte es funktionieren…

  2. Mai 1, 2007 at 20:59 ·

    Also ich habe mich bei StudiVZ auch wieder abgemeldet, da mir damals einfach zu viele Dinge schiefgingen dort. Außerdem hatte ich nur Leute in meiner Kontaktliste, die ich sowieso kenne, und andere Studenten kann man ja auch so kennen lernen. Xing oder Myspace und sowas macht da irgendwie mehr Sinn. Ich kenne allerdings Leute, die regelrecht süchtig danach sind.

    Schutz vor falschen Profilen oder Doppelaccounts oder so etwas brauche ich im Internet eigentlich nicht, weil ich mich ohnehin nur mit Leuten vernetzen würde, die ich kenne, oder die jemand kennt, den ich kenne usw. .

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